Iran zu USA: Todes-Rufe nicht persönlich nehmen

Iran zu USA: Todes-Rufe nicht persönlich nehmen
TV-Interview

Irans Präsident sagt, die Amerikaner sollen es nicht persönlich nehmen.

Die "Tod Amerika"-Rufe, die regelmäßig bei Kundgebungen im Iran zu hören sind, sollten die US-Bürger nach den Worten des iranischen Präsidenten Hassan Rohani nicht persönlich nehmen. "Dieser Slogan, der da gesungen wird, ist kein Slogan gegen das amerikanische Volk".

Dies sagte der als gemäßigt geltende Rohani laut am Freitag im Voraus veröffentlichten Auszügen in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBS, das am Sonntag ausgestrahlt werden sollte. "Unser Volk respektiert das amerikanische Volk", versicherte der Präsident.

Der Iran wolle ohnehin "mit keinem Land Krieg", sagte Rohani. "Aber zugleich war die Politik der Vereinigten Staaten gegen die nationalen Interessen des iranischen Volkes, es ist verständlich, dass Menschen bei diesem Thema empfindlich sind", gab er zu bedenken. 

In der Islamischen Republik ist es zum Ritual geworden, bei Freitagsdemonstrationen "Tod Amerika" zu skandieren. Washington und Teheran unterhalten seit 1980 keine offiziellen diplomatischen Beziehungen.

Derzeit bemüht sich Rohani aber um eine Entspannung der Beziehungen seines Landes zum Westen. Mitte Juli hatten die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran ein Atom-Abkommen geschlossen. Es soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben und zugleich mit Kontrollen und der Einschränkung seiner Urananreicherung sicherstellen, dass er keine Atomwaffen produziert. Im Gegenzug sollen die in dem Streit verhängten Sanktionen aufgehoben werden, die Irans Wirtschaft seit Jahren massiv belasten. 

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