Kampusch: »Ich muss auf mich aufpassen«

Kampusch: »Ich muss auf mich aufpassen«
ORF-Interview

Die 27-Jährige sprach über ihr Trauma & ihre Zukunft.

Die junge Frau, die sich am Montagabend nach Jahren des Schweigens wieder zu einem Interview im Rahmen einer ORF-Sondersendung bereit erklärte, wirkte ruhig, gesetzt – und irgendwie glücklich. Ein Gefühl, das Natascha Kampusch wohl erst in der Freiheit kennenlernen durfte.

Natascha: »Derzeit hole ich die Matura nach«
Als 10-Jährige war Kampusch von Wolfgang Priklopil entführt und anschließend mehr als acht Jahre gefangen gehalten worden. Zwei Wochen nach ihrer Flucht am 23. August 2006 gab sie ihr erstes Interview. Einer ihrer damaligen Wünsche: Matura machen.

Jetzt, neun Jahre danach, bestätigte die 27-Jährige: „Ja, ich mache gerade die Matura, und hoffe, dass es klappt.“  Aber Kampusch sagt auch: „Die Welt hat kein Verständnis für mich.“ Und obwohl sie Freundschaften gegenüber „offener zu sein versucht“: „Ich bin weiterhin auf mich alleine gestellt und das soll auch so bleiben, aber einsam bin ich nicht.“

Natascha Kampusch im »Thema«-Talk

➜ Trauma. „Es dauert wahrscheinlich ein Leben lang, bis man so etwas verarbeitet hat. Man muss sehr stark auf sich aufpassen.“

➜ Freundschaften. „Ich versuche, etwas offener zu sein, und wähle auch die Leute danach aus. Man merkt dann schon, wo passt es und wo passt es nicht.“

➜ Zukunft. „Derzeit hole ich die Matura nach. Ich ­hoffe, es läuft gut.“

➜ Weltsicht. „Ich habe gedacht, ich komme in die Welt der guten Menschen, die einem nichts Böses wollen. Stattdessen bin ich in eine Welt der Ungerechtigkeit 
gelangt.“

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