Mann wegen Facebook-Lüge fast totgeprügelt

Mann wegen Facebook-Lüge fast totgeprügelt
Deutschland

Cyber-Mobbing: Unschuldiger der Pädophilie bezichtigt.

Ein Mann (29) aus Bayern las in einem Posting eines ihm persönlich unbekannten, 18 Jahre alten Facebook-Freundes, dass sich ein 23-Jähriger in der Touristenstadt Rothenburg an der Tauber angeblich an Kindern vergehe. "Ich bitte dich, dass du dafür sorgst, dass diesen pädophilen Pisser endlich irgendjemand nen gescheiten Denkzettel verpasst oder ihn endgültig kaltmacht", schrieb der 18-Jährige im Mai 2014.

Nur einen Tag später machte sich der 29-Jährige mit dem Zug auf den Weg nach Rothenburg an der Tauber. Er stieß dem 23-Jährigen ein Klappmesser in die Brust und trat ihm dreimal gegen den Kopf. Dann rief er, dass er wiederkommen und ihn umbringen werde, schilderte ein Zeuge.

Der Gewalttäter wurde nun vom Amtsgericht Ansbach wegen schwerer Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Der 18-jährige Verfasser der Facebook-Postings - die allesamt, wie dieser vor Gericht zugab, erfunden waren - war im Prozess nur als Zeuge geladen und geht straffrei aus.

Der Facebook-Schreiber hätte seine Lügen zwar mit dem Wunsch flankiert, es möge sich doch einer finden, der dem Mann aus Rothenburg mal eine ordentliche Abreibung verpasse. Konkret genug für eine Anklage wegen einer Anstiftung zur Straftat sei der Wunsch aber nicht gewesen, wurde Oberstaatsanwalt Alfred Huber in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert.
 

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