"Phantom der Oper" ging auf Polizei los

Wien

Mit den billigsten Karten saß er immer auf den teuersten Plätzen.

Es geschah bei der Premiere des Balletts Verklungene Feste / Josephs Legende von John Neumeier am Mittwoch in der Staatsoper. Einem Billeteur war aufgefallen, dass ein ­Besucher, den er schon von ähnlichen Vorfällen kannte, wieder einmal am falschen Platz saß – nämlich nicht auf dem 12-Euro-Sitz in der letzten Reihe des ersten Ranges, sondern ganz vorne in der prestigeträchtigen Mittelloge, wo man an diesem Tag 139 Euro hätte berappen müssen.

Verdächtiger wegen Kinn­hakenaffäre amtsbekannt
Weil das „Logen-Phantom“ schon öfters im letzten Moment entwischt war, entschloss man sich diesmal, die Polizei zu informieren. Die sollte den Mann dann nach der Vorstellung aufhalten – damit man ihn anzeigen und mit einem Hausverbot bestrafen könne. Allerdings kam alles anders …

Als der verdächtige Akademiker, der schon den Mantel überstreifte, die Cops auf sich zukommen sah, kam es in den Gängen zu einer Verfolgungsjagd, die im Gustav-Mahler-Saal endete.

Dort beschimpfte der 63-jährige Ex-Bergsteiger und Zeithistoriker – der ÖSTERREICH-Recherchen zufolge schon einmal wegen ­einer Kinnhakenaffäre bei einer Alpenvereinsausstellung vor Gericht gestanden war – die Beamten aufs Heftigste. Dann soll der streitbare Mehrfach-Doktor mit den Fäusten auf die Cops losgegangen sein, die bei der Attacke leicht verletzt wurden. Der Verdächtige wurde auf freiem Fuß wegen Widerstands angezeigt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(kor)

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