In 5 Schritten den eigenen Kredit berechnen

In 5 Schritten den eigenen Kredit berechnen

Ein Darlehen bringt finanzielle Freiheit, aber auch eine Verantwortung. Schließlich muss der geliehene Betrag zuverlässig zurückgezahlt werden. Wie hoch kann die monatliche Rate sein? Was ist die optimale Laufzeit? 

Diese 5 Schritte helfen bei der zuverlässigen Kalkulation und Entscheidungsfindung.  

Wie gehe ich an die Kreditkalkulation heran?

Bei der Kalkulation eines Darlehens gibt es verschiedene Möglichkeiten: Kreditrate, Laufzeit, Zinsen, Kreditbetrag, Restschulden. Jeder Kreditnehmer hat dabei ganz eigene Präferenzen. Einige wünschen sich etwa eine möglichst geringe Rate, andere möchten sparen und suchen nach niedrigen Zinsen. Unabhängig davon, welche Faktoren entscheiden, am Anfang steht immer der Vergleich.

1. Klarheit schaffen: Was ist mir bei meinem Darlehen wichtig

Darf die Kreditrate einen bestimmten Wert nicht übersteigen? Soll der Zinssatz niedrig sein? Kommt auch ein Darlehen mit Restschuld infrage? Bevor es zum Vergleich der Angebote geht, ist Klarheit wichtig.

Potenzielle Kreditnehmer legen fest, was sie erwarten. Wer in Immobilien möchte, sucht womöglich trotz steigender Zinsen für einen Immo-Kredit nach günstigen Zinssätzen. Diese müssen jedoch vielleicht mit Kompromissen bei anderen Parametern „bezahlt“ werden, etwa mit einer höheren Monatsbelastung oder einer längeren Laufzeit. Zur Vorbereitung auf den Vergleich ist die Erstellung einer Top-Liste der wichtigsten Parameter hilfreich. So können Interessierte einfach einen Online-Kreditrechner nutzen und die Angebote gegenüberstellen.

Die monatliche Rate muss langfristig leistbar sein

Was nützen günstige Konditionen, wenn die Monatsrate eigentlich viel zu knapp kalkuliert ist und die Haushaltskasse strapaziert? Zahlungsrückstände können zu einer vollständigen Fälligkeit des Darlehens führen und Kreditnehmer noch mehr in Schwierigkeiten bringen.

Um eine belastbare Basis auch für die langfristige Rückzahlung zu schaffen, ist präzise Kalkulation gefragt. Die Einnahmen werden realistisch mit den Ausgaben verrechnet. Was unter dem Strich übrig bleibt, könnte zu einer Darlehensrückzahlung genutzt werden.

Bei der Berechnung sind ALLE Einnahmen und Ausgaben zu berücksichtigen. Wichtig hierbei ist die Realität, keine Circa-Zahlen, sondern echte Werte. Dabei sollten auch mögliche Mietsteigerungen oder wachsende Ausgaben für Lebensmittel usw. berücksichtigen. Auch ein „Notgroschen“ ist hilfreich. Der finanzielle Puffer stellt einen zusätzlichen Spielraum für Krisenzeiten dar. Experten empfehlen, sich drei bis sechs Monatsgehälter als „Notgroschen“ anzusparen. Wer das noch nicht gemacht hat, kann es durch monatliche Rücklagen nachholen.

Rechenbeispiel für eine mögliche Monatsrate

Zugrunde liegen Gesamteinnahmen von 4.000 Euro. Die Ausgaben für Miete, Lebensmittel und Kfz betragen 3.000 Euro. Zusätzlich soll noch ein „Notgroschen“ angespart werden. Dafür werden 300 Euro pro Monat zur Seite gelegt. Somit bleiben 700 Euro für einen möglichen Kredit übrig. Ohne Kosten für Zinsen und Gebühren könnte damit theoretisch eine Summe von 33.000 Euro für 48 Monate finanziert werden. Allerdings schmälern die Ausgaben für die Zinsen die eigentliche Darlehenssumme.

Deshalb sind die Zinsen bei der Kreditentscheidung so wichtig

Auch die Zinsen spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die Kreditentscheidung geht. Sie bestimmen schließlich, wie „teuer“ das Gesamtdarlehen wird.

Bei einem Darlehen von 10.000 Euro und einer 48-monatigen Laufzeit hat eine Bank etwa 5,14 Prozent Zinsen effektiv. Das würde eine monatliche Rate von 230,40 Euro machen. Beträgt der Zinssatz 5,63 Prozent, sind es schon 232,52 Euro. Ist der Zinssatz mit 7,09 Prozent festgesetzt, sind es 238,86 Euro. An diesem Beispiel zeigt sich, wie sich schon wenigen Prozentpunkte Unterschied auf die Gesamtkostenbelastung auswirken können.

2. Verschiedene Angebote vergleichen

Nachdem alle wichtigen Parameter für den Kredit bestimmt sind, geht es um den Vergleich. Er gelingt online besonders einfach und effizient. Schließlich müssen Kreditinteressenten nicht bei jeder Bank einzeln vorstellig werden, sondern erledigen es mit einem Klick.
Empfehlenswert sind vor allem neutrale Vergleiche, etwa über eine Plattform. Hier werden alle Anbieter nach Auswahl der Parameter übersichtlich und kostenlos zusammengestellt. Ein weiterer Vorteil: Diese Auskunft ist Schufa-neutral. Das bedeutet, dass die Anfrage nicht bei der Schufa gespeichert wird und die Kreditnehmer später nicht benachteiligt.

Sollzins vs. Nominalzins im Vergleich: Hier tricksen Anbieter gerne

In den Darlehensvergleichen geht es vor allem darum, sich durch attraktive Konditionen von den Wettbewerbern abzuheben. Der Blick auf das Kleingedruckte der Zinsen hilft, die wirklich guten Angebote zu erkennen.
Sollzinsen und Nominalzinsen weichen voneinander ab. Die Sollzinsen sind günstiger und werden deshalb gerne im Darlehensangebote gezeigt. So entsteht der Eindruck, dass dieses Angebot unschlagbar attraktiv ist. Doch die Nominalzinsen sind entscheidend. Sie beinhalten alle Kosten für das Darlehen und zeigen den Interessenten, was sie wirklich für ihren Kreditwunsch bezahlen müssen.

In 5 Schritten den eigenen Kredit berechnen

3. Noch einmal nachjustieren

Sobald eine erste Auswahl getroffen wurde, geht es an den Feinschliff. Jetzt haben Kreditinteressenten eine Vorstellung, was sie theoretisch für ihre Wunschsumme zahlen müssten. Im weiteren Schritt wird nachgebessert. Gibt es noch Möglichkeiten zum Sparen?

Eine Verlängerung der Laufzeit könnte etwa eine günstigere Rate bringen. Aber das hat manchmal auch die Erhöhung der Zinsen und damit verbunden höhere Gesamtkosten zur Folge. Auch die nochmalige Kalkulation des Kreditbetrages hilft. Brauche ich wirklich 10.000 Euro oder würden nicht 9.000 Euro ausreichen?

Jeder Euro Kredit verursacht Kosten. Viele Menschen neigen dazu, mehr aufzunehmen, als sie eigentlich brauchen. Ursächlich dafür ist das Sicherheitsbedürfnis. Bei einer Immobilienfinanzierung könnte das Sinn machen, vor allem bei Ausgaben durch unvorhergesehene Baukosten. Bei einem Verbraucherdarlehen hingegen verursacht der Mehrbetrag vor allem Zusatzkosten.

Tipp: Ein zweiter Kreditnehmer kann Kosten reduzieren

Die Zinsen für ein Darlehen hängen vor allem von der Bonität der Kreditnehmer ab. Wer eine geringe Bonität aufweist, erhält meistens gar kein Darlehen oder muss dafür tiefer in die Tasche greifen. Ein zweiter Kreditnehmer mit einer guten Bonität kann helfen, die Zinsen zu senken und Kosten einzusparen.

Kredit beantragen: Online geht’s besonders schnell

4. Kredit beantragen: Online geht’s besonders schnell

Ist die finale Entscheidung nach Vergleichen gefallen, kann das Darlehen beantragt werden. Auch das ist fast immer online möglich. Wer sich für ein Darlehen über ein Vergleichsportal entscheidet, kann manchmal sogar noch zusätzlich sparen. Für den Abschluss werden nämlich Prämien (etwa 200 Euro) oder andere Annehmlichkeiten spendiert.

Bei der Beantragung ist äußerste Präzession gefragt. Sobald Angaben im Antrag oder Unterlagen fehlen, kann sich die Bearbeitung und die Auszahlung verzögern. Bestenfalls sind alle notwendigen Dokumente bereits in digitaler Form vorhanden und für einen Download vorbereitet.

Wahrheitsgemäße Angaben sind wichtig

Im Antragsformular für das Darlehen müssen personenbezogene Informationen und Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen hinterlegt werden. Es gilt, Tippfehler zu vermeiden und wahrheitsgemäße Angaben zu machen.

Steht im Formular etwa „Mülle“ statt „Müller“ wird der Antrag nicht bearbeitet und es kommt zu Rückfragen durch die Bank. Meist muss das Formular erneut ausgefüllt werden, was natürlich die Auszahlung verzögert.

Auch falsche Angaben bei monatlichen Einnahmen und Ausgaben können sich negativ auf den Antrag auswirken. Schließlich werden meistens auch Nachweise (etwa Kontoauszüge und Gehaltszettel) gefordert. Wer im Antrag monatliche Gehaltszahlungen mit 3.000 Euro angibt, aber laut Beleg nur 2.500 Euro bekommt, riskiert die Ablehnung des Antrags bzw. geänderte Kreditkonditionen. Das gilt auch für die Ausgaben. Wer etwa eine Zahlung für Ausgaben. Hier nimmt die Bank eine Plausibilitätsprüfung vor. Geben Antragsteller an, ein Auto zu fahren, sollten bei den Ausgaben auch Versicherungs- und Tankkosten auftauchen. Falls nicht, kommt es bei der Prüfung ggf. zu Nachfragen.

Nicht mehrere Anträge bei mehreren Banken stellen

Es ist ebenfalls nicht hilfreich nach dem Motto „Viel hilft viel“ zu agieren und mehrere Banken anzufragen. Jede einzelne Anfrage wird in der Schufa gespeichert. Diese Information hat zwar noch keinen Einfluss auf die Darlehensvergabe, kann die Banken jedoch skeptisch machen und die Antragstellenden als besonders riskant erscheinen lassen. Schließlich scheint es hier jemand ganz eilig zu haben, ein Darlehen zu bekommen. Gleiches gilt auch, wenn mehrere Darlehen mit unterschiedlichen Beträgen angefragt werden.

Deshalb ist eine neutrale Vergleichsplattform so hilfreich, denn hier können sich Darlehensnehmer zunächst alle Konditionen für die verschiedenen Kreditwünsche anzeigen lassen. Zu einer direkten Anfrage bei der Bank oder einer Übermittlung der Daten an die Schufa kommt es hier nicht.

5. Die Auszahlung erhalten

Sobald alle Unterlagen eingereicht wurden, kommt es zur Bearbeitung. Wie lange die Bestätigung und Auszahlung dauert, hängt von den Banken ab. Manchmal gibt es den positiven Darlehensbescheid schon nach wenigen Minuten und die Auszahlung kommt auch zeitnah.

Wichtig bei der Auszahlung ist, dass das Konto auf den Namen des Kreditnehmers lautet. Transaktionen auf Konten Dritter werden nicht durchgeführt. Auch Zahlungen auf Konten im Ausland sind meistens nicht bzw. nur auf Nachfrage und unter besonderen Bedingungen möglich.

Wird die volle Summe gezahlt?

Die Auszahlung erfolgt zum festgelegten Betrag. Kommen jedoch Bearbeitungsgebühren der Bank hinzu, kann sich die Summe reduzieren. Falls Kreditnehmer eine geringere Zahlung als vereinbart erhalten, sollten sie sich sofort an die Bank wenden und den Fauxpas korrigieren lassen.

Jetzt schon an die Rückzahlung denken

Sobald die Summe zur Verfügung steht, kann sie genutzt werden. Doch schon jetzt sollten Darlehensnehmer an die Rückzahlung denken. Damit die vereinbarte Summe immer pünktlich zum Termin bei der Bank eintrifft, hilft ein Dauerauftrag. Steht im Vertrag als Rückzahlungsdatum der 14.5., muss das Geld bis zu diesem Tag bei der Bank eintreffen. Die Banklaufzeit beträgt circa ein bis zwei Tage. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der Dauerauftrag deshalb auf den 12.5. lauten. Einige Banken bieten auch an, die Rate einzuziehen.

  

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